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Saison 2010/2011

 

Herr Pudwill vom WOCHENBLATT Radolfzell schreibt in der Ausgabe vom 04.01.2011 über die Premiere an Silvester:

 

In der Not Banküberfall mit deftigen Folgen

Radolfzell (pud). Mit der Krimikomödie »Ba-Ba-Banküberfall« startete die Theatergruppe »Kulissenschieber« am Silvesterabend erfolgreich in ihre neue Spielzeit. Die Premiere fand erstmals im Scheffelhof statt – und zwar vor vollem Haus. Die Gäste klatschten begeistert zum Schluss, doch leider beklagten sich auch viele darüber, dass sie fröstelten und die Akteure nur schlecht verstanden. Am Stück lag es nicht. Es handelte von einem finanziell in Nöten geratenen Ehepaar, das eine Bank überfällt, einem zwielichtigen Bankdirektoren und seiner teuren Geliebten, einer übereifrigen Journalistin sowie einer Hobby-Detektivin, die ihrem Polizistensohn hilft, den Fall aufzuklären. Die erfahrene Regisseurin Elsbet Stephan-Martin hatte das Stück von Brigitte Wiese und Patrick Siebler geschickt bearbeitet und beispielsweise die Handlung nach Radolfzell verlegt. So erinnerte das vom Böhringer Künstler Eckhard Kowalski sehr schön gemalte Bühnenbild an den Marktplatz. Diese Idee war ein Erfolgsgarant, weil es das Publikum in eine vertraute Handlung mit einbezog. Sehr gut nahm das Publikum den Einfall auf, Hanni Fischer singen zu lassen. Die bekannte Chansonette begeisterte mit dem Mackie-Messer-Song. Der Erfolgsgarant schlechthin war die Schauspielkunst von Gertrud Dreher, Hanni Fischer, Karen Gerner, Roland Graf, Marianne Grünberg, Margit Huth, Christian Lewedei, Odo Nimmrichter, Roswitha Nimmrichter und Hermann Zimny. Ohne die Leistung des gesamten Ensembles zu schmälern, ist Roswitha Nimmrichter hervorzuheben. Als Mutter des Polizisten zeigte sie die beiden Seiten ihrer Figur gekonnt: die etwas »tüttelige « alte Dame und die entschlossene Detektivin. Weitere Aufführungen sind am 8. Januar im Zollhaus Ludwigshafen, am 22. Januar im Bürgersaal Moos, am 28. Januar im Kulturpunkt Arlen sowie am 12. Februar im Pfarrsaal Allensbach. Nähere Infos unter www. kulissenschieber-radolfzell.de.


Der SÜDKURIER Singen, Frau Walden schreibt in der Ausgabe vom 08.02.2011:


Schräge Geschichte gekonnt umgesetzt

„Kulissenschieber“ inszenieren Banküberfall und unterhalten mit spitzfindigen Beobachtungen

Rielasingen-Worblingen (wal) „Ba-Ba-Banküberfall – das Böse ist immer und überall.“ So heißt es in einem Lied der „Ersten Allgemeinen Verunsicherung“. Das ist aber auch die Quintessenz des Theaterstückes, das „Die Kulissenschieber“ in ihrer aktuellen Spielzeit zum Besten geben, wie jüngst im Kulturpunkt Arlen. Die Theatergruppe der Vhs Radolfzell hat in der Wahl dieser Kriminalkomödie wieder ein glückliches Händchen gehabt: „Wir wollten mal was anderes machen als Wohnzimmer“, verrät Regisseurin Elsbet Stephan-Martin dazu.

Der Arlener Bankdirektor Zaster dreht seinen Kunden dubiose „Rinder-für-Inder“-Aktien an. Auch das Ehepaar Jammer fällt darauf rein und ist jetzt pleite. Der letzte Ausweg – ein Banküberfall. Der gelingt den Jammers mehr oder weniger. Jedoch stapelt sich zwischen echten Geldscheinen nur Altpapier. Denn Bankdirektor Zaster hat eine anspruchsvolle Freundin und versucht mit dem Geld seiner Kunden im Kasino zu noch mehr Geld zu kommen.

Schnell wissen die Kontrahenten Jammer und Zaster von ihren Delikten und versuchen das Beste daraus zu machen. Die Geschichte nimmt eine überraschende Wendung und am Ende siegt die Gerechtigkeit, der böse Bub Zaster kommt verdient hinter Schloss und Riegel – wenigstens im Theater.

Das Stück ist nicht nur durch seine aktuelle Thematik unterhaltsam, sondern auch mit allerlei spitzfindigen Beobachtungen gespickt. So ist der über seine Kunden spottende Bankdirektor Zaster (Roland Graf) mit herrlicher Arroganz überzeichnet. Und Emma Ehrlich (Roswitha Nimmrichter) alias die Agatha Christie des Hegaus wird zum Publikumsliebling. Ihr Abmeldespruch nach dem Telefonieren mit ihrem Sohn Markus (Hermann Zimmy), der Polizist ist, wird zum Schenkelklopfer: „Over and out.“ Aber auch alle weiteren Akteure wie Kriminalkommissar Groß (Odo Nimmrichter) machen das Stück sehenswert. Er schlurft wie einst „Derrick“ mürrisch, aber gemütlich durch die Kulisse und überlässt alle Arbeit seinem Untergebenen Markus Ehrlich. Währenddessen strickt die überdrehte Reporterin Frieda Kritzler (Karen Gerner) aus einem kleinen Banküberfall eine Mafia-Story. Die kurze, aber großartige Gesangseinlage von Zasters Verlobter, Mandy Schick (Hanni Fischer), wird zum Sahnehäubchen der Aufführung: „Und der Haifisch, der hat Zähne...“ Kurz: Eine schräge Geschichte mit toller Umsetzung.

 

Herr Strub vom SÜDKURIER Stockach schreibt in der Ausgabe vom 13.01.2011:


Und plötzlich ist man Bankräuber

Radolfzeller „Kulissenschieber“ sorgen mit der Kriminalkomödie „Ba-Ba-Banküberfall“ im Zollhaus für gute Unterhaltung

Bodman-Ludwigshafen (fws) Im Zollhaus in Ludwigshafen ging es dramatisch zu. Die „Kulissenschieber“ aus Radolfzell sorgten mit der Kriminalkomödie „Ba-Ba-Banküberfall“ von Brigitte Wiese und Patrick Siebler für Aufregung. Was die Besucher zu sehen bekamen, war Theater von Amateuren mit Profi-Qualitäten. Regisseurin Elsbet Stephan-Martin hatte die Kriminalkomödie geschickt bearbeitet und die Handlung nach Ludwigshafen verlegt.

Wie schnell man vom Großaktionär zum Bankräuber wird, führte das bedauernswerte Ehepaar Ella und Olaf Jammer (Marianne Grünberg und Christian Lewedei) den Zuschauern vor Augen. Bankdirektor Hans Zaster (Roland Graf), so beginnt die Geschichte, hat neben anderen Bankkunden auch dieses Ehepaar mit aussichtslosen Aktienkäufen übers Ohr gehauen. Die Zinsen für ihr neues Häuschen können sie nicht mehr aufbringen. Die Zwangsversteigerung droht. So sehen die Jammers den letzten Ausweg nur noch im Einbruch in Zasters Bank. Der Banker ist aber selber finanziell klamm. Da er seiner shoppingsüchtigen Geliebten Mady Schick (Hanni Fischer), die übrigens mit einer hervorragenden Interpretation des Mackie-Messer-Songs überraschte, finanziell unter die Arme greifen muss, hat er sich am Kundengeld vergriffen, indem er eine Million in seinen eigenen Geldbeutel abgezweigt und es größtenteils gegen Altpapier ausgetauscht hat. Der Bankeinbruch gelingt zwar, aber was Ella und Olaf Jammer erbeuten, ist wertloses Papier.

Inzwischen laufen die polizeilichen Ermittlungen auf Hochtouren. Der eifrige Polizeimeister Markus Ehrlich (Hermann Zimny) und Kriminalkommissar Harry Groß (Odo Nimmrichter) sichern den Tatort, befragen wichtige Zeuginnen wie die geschwätzige Caféhausbesitzerin Helga Strudel (Margit Huth) und die Bankangestellte Inge Klein (Gertrud Dreher). Und da bei einem solchen Ereignis auch die Tageszeitung nicht fehlen darf, nervt die sensationshungrige Reporterin Frieda Kritzler (Karen Gerner) Polizei und Zeuginnen bis zur Weißglut.

Um die Karriere ihres Sohnes, Polizeimeister Ehrlich, zu beschleunigen, mischt sich seine Mutter Emma (Roswitha Ehrlich) quasi als „Miss Marple“ in die Ermittlungen ein. Da Zaster durch seine Unterschlagung Dreck am Stecken hat, versucht er hinterlistig mit den Jammers ins „Geschäft“ zu kommen und gleichzeitig sich rein zu waschen. Damit beginnt eine überraschende Wendung, und am Ende finden sich der Banker und seine Geliebte in Handschellen wieder.