Elsbet Stephan-Martin Regisseurin bei "Die Kulissenschieber" e.V.

Adresse: Krebsbachstraße 8
78253 Eigeltingen
Tel.: 07774-939222

Gefallene Mädchen, Hexen, Feen, Königinnen - welches phantasiebegabte junge Mädchen könnte, ohne sie darzustellen, aufwachsen? Gelegenheiten wahrzunehmen, in andere Charaktere zu schlüpfen, wo gäbe es sie sonst - außer im Theater?

Beruf und Ehe erzwangen jedoch immer wieder Pausen. Die Möglichkeit, trotz Gesichtsverletzungen nach Autounfall auf der Bühne zu stehen, erwies sich glücklicherweise als Therapie. Viele heitere und ernste Rollen haben mich seither begleitet und mir so, wie den anderen Freude gemacht.

Die Aufforderung der "Kulissenschieber", Regie zu führen, eröffnete mir weitergehende Möglichkeiten, mit engagierten Gleichgesinnten Theater zu gestalten.


1974 "Der keusche Lebemann" mit 
Kurt Fischer-Hollweg in der Titelrolle

1987 "Ekkehard", Schauspiel von K.W.Schester
 nach dem Roman von J.V.v.Scheffel, 
a.d.Hohentwiel


1989 "Die goldene Meisterin" 
mit Siegfried Stier, Regie 
Julika Fischer-Hollweg

1990 "Liebling, ich bin da" mit Eddi Hartwig,†

1996 "Nacht , Mutter" von Marsha
Norman, mit Annette Günzler, Regie 
Bernd Schneider

2002 "Die Gräfin - Geschichte einer
Obdachlosen, von und mit E.Stephan-Martin

 

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WOCHENBLATT vom 11.02.2009 / Interview und Foto: Rainer Pudwill

 

 

 

SÜDKURIER Radolfzell vom 07.01.2005
 

Vom Glück ein anderer zu sein

Elsbet Stephan-Martin ist die Seele der Kulissenschieber - Glanzrolle als Hadwig

 

  Leise, zurückhaltend, kompetent, mit der nötigen Leidenschaft fürs Theater und einer erstaunlichen Hartnäckigkeit bringt die Regisseurin Elsbet Stephan-Martin  Laienschau-spieler dazu, pro-fessionelle Bühnen-präsenz zu entwic-keln.                Foto: Cornelia Trah  

 

Im vergangenen Jahr konnte sie ihren 70. Geburtstag feiern - selbstverständlich mit ihren Schauspielkollegen vom Volkshochschul-Theaterverein "Die Kulissenschieber", bei dessen aktuellem Stück sie wieder einmal Regie führt: Die Rede ist von Elsbet Stephan-Martin, die seit über 30 Jahren dem Theaterspiel verbunden ist, heute allerdings nur noch selten auf einer Bühne steht und sich der Regiearbeit zugewandt hat.
Geschauspielert, sagt Elsbet Stephan-Martin, habe sie schon als Kind. Damals spielte sie die Geschichten und Märchen ihrer Kinderzeit nach. 1974 schaffte sie den Sprung ans Laientheater. Und seither erarbeitete sich die zierliche, zurückhaltende Frau jedes Genre, das das Theater bieten kann: In Komödien, Krimis, im Boulevardtheater, bei der Satire und im Realtheater und vor allem in Theaterstücken mit historischem Hintergrund brillierte sie. Ob in Aufführungen mit einer größeren Anzahl von Schauspielkollegen, im Zweipersonenstück oder im Solopart, stets zeigte Elsbet Stephan-Martin das, was einen guten Schauspieler ausmacht: Zuverlässigkeit, Textsicherheit, Authentizität und das Spiel mit den leisen, feinen Zwischentönen.
Einfühlung in die von ihr dargestellten Gestalten und Charaktere ist für sie das wichtigste Rüstzeug. Das alles benötigt ihrer Meinung nach keine großen Gesten, keine Theatralik, keine melodramatischen Ausbrüche und schon gar keine Affektiertheit. Eindrucksvolles Beispiel für ihre schauspielerische Leistung bleibt die Darstellung der Hadwig in der Freilichtinszenierung des "Ekkehard" auf dem Hohentwiel. Erlernt hat Elsbet Stephan-Martin das Theaterspiel nicht, doch sie besitzt das Feuer und die Leidenschaft, die man braucht, um anderen Menschen mit ihrer Darstellungskunst Freude und Entspannung zu verschaffen.
Heute steht die 70-Jährige nur noch selten als Schauspielerin auf der Bühne, seit einigen Jahren führt sie Regie beim VHS-Theaterverein "Die Kulissenschieber", die am Silvesterabend im Radolfzeller Doppelgänger-Theaterforum ihr aktuelles Stück "Ein Mädchen für Alles" aufführten. Obwohl Elsbet Stephan-Martin fast in jeder Spielsaison mit neuen Laienschauspielern arbeiten muss, hat sie es doch jedes Mal mit ihrer umsichtigen, leisen Art und erstaunlicher Hartnäckigkeit geschafft, aus theaterbegeisterten "Normalbürgern" respektable Laienschauspieler zu machen.
In dieser Theatersaison hatten "Die Kulissenschieber" nicht nur mit einem unerwarteten Personalwechsel zu kämpfen, der kurzfristig und während der laufenden Proben stattfand. Auch die Aufführungen waren vom Pech verfolgt: Gleich die zweite Aufführung des aktuellen Stückes "Ein Mädchen für Alles" musste nach dem ersten Akt abgebrochen werden, weil einer der männlichen Darsteller kurzfristig ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Doch auch in dieser stressigen und nervenaufreibenden Situation hat die erfahrene Elsbet Stephan-Martin ihre Ruhe und Gelassenheit nicht verloren und behielt die Übersicht, um den Schauspielern auch für die kommenden Aufführungen die nötige Sicherheit zu geben. Cornelia Trah